[REZENSION] Inspektor Jury kommt auf den Hund




Originaltitel: The Old Wine Shades

Titel: Inspektor Jury kommt auf den Hund

Autor: Martha Grimes

Genre: Kriminalroman

'Inspektor Jury - Reihe' / 20. Band





Als Inspektor Jury eines Abends im Pub von einem äußerst redseligen Fremden angesprochen wird, will er eigentlich nur Eines: In Ruhe sein Glas Wein trinken. Daraus wird jedoch nichts, denn die Geschichte, die dieser Mann namens Harry Johnson zu erzählen hat, zieht Jury sofort in seinen Bann. Johnson erzählt nämlich von seinem Freund Hugh Gault, dessen Frau, Kind und Hund ein Jahr zuvor auf mysteriöse Weise in der ländlichen Idylle Surreys verschwunden waren. Dass der verlorene Hund ausgerechnet von Harry Johnsons Haustüre wieder auftaucht, findet Inspektor Jury ebenso merkwürdig wie die Tatsache, dass Hugh Gault sich selbst in eine Nervenheilanstalt eingewiesen hat. Und dann wird auch noch die Leiche einer mysteriösen Unbekannten gefunden...


Das Cover des Buches ist wirklich einfach gehalten, passt aber zum Inhalt des Buches. Der Pub 'The Old Wine Shades' und der Hund, den man auf dem Buchcover sehen kann, diese beiden Dinge spielen in dem Buch eine wirklich große Rolle.

Ich kam gut in die Geschichte hinein und die ersten paar Seiten ließen sich auch angenehm lesen, aber schon am Anfang ist mir der etwas merkwürdige Schreibstil der Autorin aufgefallen. Ich gewöhnte mich aber recht schnell an den Schreibstil, wodurch mir das dann nichts mehr ausmachte. Im Gegenteil zu den ständigen Wiederholungen, die man im Buch vorfindet.
Die Geschichte versprach am Anfang recht interessant zu werden, was sich dann aber meiner Meinung nach schnell wieder verflüchtigte. Durch die ersten 100 Seiten habe ich mich schon leider durchkämpfen müssen und war ein paar Mal kurz davor, das Buch abzubrechen. Es wird, warum auch immer, sehr viel über Physik geschrieben, Quantenmechanik, Superstring-, Unvollständigkeitstheorie und und und. Das wurde teilweise so sehr vertieft, dass man einfach nicht mehr wusste, über was denn da gerade geschrieben wurde, man überhaupt nicht verstand, was man da gerade las. Im Buch wurde übrigens so etwas ähnliches gesagt, dass selbst Physiker sich schwer damit täten, das alles zu verstehen.
Das Einzige, was in diesen 100 Seiten grob gesagt passiert ist, ist, dass ein Protagonist, dem Hauptprotagonisten eine Geschichte erzählt. Die 100 Seiten hätte man ganz leicht auf 50 verkürzen können, einige Physikabsätze rausstreichen - die sowieso belanglos waren - wodurch das Buch einiges an Längen, an langweiligen Passagen verloren hätte, und somit interessanter gewesen wäre.
Nach diesen 100 Seiten wurde es dann aber endlich besser. Die Geschichte wurde interessant, es gab sogar eins zwei mysteriöse Szenen, die ein bisschen gruselig waren, und eine unterschwellige Spannung baute sich auf. Auch die Physikpassagen wurden seltener. Es geschah endlich etwas und man wollte nun auch wissen, wie es weitergeht.
Die Geschichte, die dem Hauptprotagonisten erzählt wurde, wurde zu einem Rätsel, das man lösen wollte, indem man weiter las. Man glaubte - mithilfe des Buches/der Geschichte - das Rätsel schon fast gelöst zu haben, als plötzlich eine wirklich unvorhersehbare Wendung eintrat. Und das hat sozusagen alles auf den Kopf geworfen. Man konnte versuchen, das Rätsel nun von neuem zu Lesen, aus einer anderen Sichtweise diesmal.
Einerseits hat das die Geschichte total interessant und spannend gemacht, andererseits wurde sie dadurch aber auch komplizierter, wodurch man Mühe hatte, mit der Geschichte mitzukommen.
Selbst jetzt, nachdem ich das Buch zu Ende gelesen habe, habe ich immer noch nicht alles verstanden und es werfen sich mir weiterhin Fragen auf, die aber leider nun unbeantwortet bleiben.

Es gab sehr viele Protagonisten in dem Buch, wodurch ich selbst am Ende bei manchen Protagonisten immer noch nicht genau wusste, wer sie waren. Das erschwerte ebenfalls das Lesen und auch das Verstehen der Geschichte. Viel hat man über die Hauptprotagonisten leider nicht erfahren.

Die Kapitel sind anfangs recht lang, wodurch sie das Lesen erschweren, aber nach ein paar Seiten haben sie dann eine angenehme Länge.

Die Erzählperspektive wechselte manchmal zwischen den Protagonisten, wodurch man nicht immer gleich wusste, aus wessen Erzählersicht geschrieben wurde. Die Erzählperspektive aus der Sicht des Hundes hat mir gut gefallen. Sie lockerte die Geschichte auf und brachte einen manchmal zum Schmunzeln.


Alles in allem weiß ich nicht so recht, was ich von dem Buch halten soll. Wären die ersten 100 Seiten nicht so zäh gewesen, hätte das Buch wahrscheinlich einen besseren Gesamteindruck bei mir hinterlassen. Denn an sich war die Geschichte eigentlich interessant und richtig spannend, sodass ich immer weiter lesen wollte, auch wenn ich nicht immer alles verstanden habe.



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